Marathonlauf, Kilometer 40… – aber wir kommen ans Ziel!

Das Bild von den Olympischen Spielen kennen wir: Nach etwas über 40 Kilometern laufen die Marathonläufer ins Stadion ein. Es fehlt nur noch wenig, dann sind sie am Ziel. Aber gerade die letzten Meter können sehr, sehr anstrengend werden. Die Beine schmerzen höllisch. Der Durst quält. Der Atem fehlt. Aufgeben? Alles hinschmeissen? Ja, der „innere Schweinehund“ kommt auf solche Gedanken. Aber NEIN. Die Ziellinie ist schon in Sicht. Das motiviert. Mobilisiert die letzten Kräfte. Treibt voran. Marathonlauf, Kilometer 40: So fühlt sich gerade unser Kampf um die Schleuse Osterhausen an.

Als wir starteten – im Oktober 2012 – war der Plan für den Neubau der Schleuse schlicht und ergreifend tot. „Ersatzlos gestrichen“ waren alle Mittel. Punkt. Ende der Diskussion. So wie schon viele Fehnkanäle in der Region geschlossen wurden, drohte dieses Schicksal auch unserem Elisabethfehnkanal. Doch dann haben wir uns auf den Weg gemacht und gekämpft. Und sind WEIT gekommen! Auch wenn noch offene Fragen bestehen, auch wenn evtl. noch eine „Finanzierungslücke“ bleibt: Die Ziellinie ist jetzt in Sicht. Das motiviert und mobilisiert auch uns, treibt uns voran.

Das sind die Fakten: Der Haushaltsausschuss des Bundestages genehmigt es dem Verkehrsministerium, 50 Prozent der notwendigen Investitionskosten für den Ersatzbau der Schleuse zu finanzieren. Schon im vergangenen Jahr hatte der Kreistag beschlossen, die Trägerschaft für die Schleuse zu übernehmen und bis zu 700.000 Euro für den Neubau zu finanzieren (zumeist aus zusätzlich eingeworbenen Geldern). Da ist also schon SEHR VIEL Geld im Topf. Dafür ist zum einen Landrat Hans Eveslage und dem Kreistag zu danken, zum anderen auch den beiden Bundestagsabgeordneten Gabriele Groneberg und Franz-Josef Holzenkamp für ihre erfolgreichen Bemühungen, den Bund in die Pflicht zu nehmen. Dieser Dank soll auch an dieser Stelle ausdrücklich ausgesprochen werden!

Jetzt stellen sich zwei Fragen:

Erstens: Was muss der Schleusenbau tatsächlich kosten? Die bislang stets genannten etwa zwei Mio. Euro, die auf einer ersten Kalkulation des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) beruhen, müssen geprüft werden. Manche der vorgesehenen Eigenschaften – zum Beispiel die Elektrifizierung der Anlage – sind verzichtbar. Auch andere Komponenten können ggf. günstiger erstellt werden. Ein niedrigerer Baupreis würde eine etwaige Finanzierungslücke verkleinern oder gar schließen. Rechenbeispiel: Der Landkreis will 700.000 Euro beisteuern, der Bund ist bereit, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen. Kostet die Schleuse also zwei Millionen, würde der Bund eine Million tragen, der Landkreis 700.000 Euro. Es bliebe eine Lücke von 300.000 EUR. Kostet die Schleuse 1,4 Millionen Euro, zahlen Bund und Landkreis je 700.000 Euro und es gibt keine Finanzlücke.

Zweite wichtige Frage: Wenn es doch eine Finanzierungslücke gibt, wie kann diese geschlossen werden? In den Diskussionen über den Schleusenbau hatte es dazu in der Vergangenheit unterschiedliche Ideen und Vorschläge gegeben. Ganz sicher lassen sich noch weitere Finanzbeiträge einwerben, um eine jetzt vergleichsweise kleine Lücke bei dem Vorhaben zu schließen.

Deshalb müssen nun alle Beteiligten an einem Tisch zusammenkommen, um gemeinsam nach gangbaren nächsten Schritten zu suchen. Der Bürgermeister der Gemeinde Barßel, Bernd Schulte, und wir als Bürgerinitiative haben aus diesem Grund alle politisch Verantwortlichen aus der Region zu einem „Runden Tisch“ eingeladen, also zu einem Gespräch, in dem GEMEINSAM nach Lösungen gesucht werden soll. Landrat, Abgeordnete des Bundes- und des Landtags, Vertreter von Kreistag und Gemeinden – sie alle sind gefordert, jetzt nicht aufzugeben, sondern GEMEINSAM für die Schleuse zu kämpfen. Diesees Gespräch soll noch vor der Sommerpause stattfinden.

Marathon, Kilometer 40. Aufgeben? Alles hinschmeissen, nur weil die Beine weh tun? Kommt nicht in Frage. Das Ziel ist in Sicht. Wir kämpfen weiter. GEMEINSAM werden wir auch die letzten Meter noch schaffen!

 

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