Bilanz nach zwei Jahren Bürgerinitiative: Es ist fast geschafft!

Am 28. Oktober 2012 platzte uns der Kragen! Auf Facebook protestierten wir dagegen, dass die Politik die Mittel für den Neubau der Schleuse Osterhausen „ersatzlos“ gestrichen hatte. Das wäre das Ende für den letzten voll schiffbaren Fehnkanal in Deutschland gewesen. Bald hätte vermutlich nur noch ein Entwässerungsgraben an die Geschichte Zeitungenunseres Dorfes erinnert. Aber das wollten wir nicht hinnehmen. Nicht kampflos jedenfalls! Innerhalb weniger Stunden fanden wir Hunderte Mitstreiter, nach wenigen Tagen waren es schon über Tausend. Inzwischen hat unsere Initiative über 12.000 Unterstützer – sei es durch das Internet (Facebook), oder sei es über den Weg einer ganz normalen Unterschriftenliste. Unser Verein, den wir im September 2013 gründeten, um unsere Arbeit auf eine langfristig feste Basis zu stellen, hat schon knapp 600 Mitglieder. Darunter sind 15 Vereine und Institutionen, die ihrerseits mehrere tausend Mitglieder vereinen.

Wir haben viele, viele Gespräche geführt, Unterschriften gesammelt, Bürgerversammlungen und „Klönsnacks“ durchgeführt, Flugblätter verteilt und Plakate geklebt, mit Politikern diskutiert, Briefe geschrieben, Demonstrationen, Konzerte, Bootskorso und Radtouren organisiert, den Nikolaus über den Kanal kommen lassen, waren auf Hafenfesten und Weihnachtsmärkten vertreten, haben in der NDR-Plattenkiste für den Kanal geworben, Presseberichte geschrieben, Fotos gemacht und gepostet, und, und, und… Wir haben in jeder erdenklichen Weise demonstriert, dass uns Fehntjern der Kanal am Herzen liegt, aber so richtig! Und wenn SO VIELE Menschen SO HARTNÄCKIG und SO KREATIV für eine Sache kämpfen, dann wird das „Unmögliche“ vielleicht doch möglich.

Zwei Jahre nach Gründung der Bürgerinitiative sieht die Sache ganz anders aus. Die Politik hat reagiert. Das ist gut. Ein Dank gilt allen Verantwortlichen, die sich haben ansprechen und bewegen lassen: die Abgeordneten in Bund und Land, der Landrat und die Mitglieder des Kreistags, die Bürgermeister und Gemeinderäte in Barßel, im Saterland und in Friesoythe, der Wirtschaftsminister in Hannover und der Staatssekretär in Berlin… und viele andere mehr!

Noch sind wir nicht am Ziel. Aber wir sind jetzt sehr optimistisch, dass der Weg für den Neubau der Schleuse Osterhausen langsam frei wird. Der Bund hat dem Landkreis Cloppenburg mitgeteilt, dass die seit langem vereinbarte Eigentumsübertragung der Schleuse bis Jahresende erfolgen wird (siehe Medienberichte). Der Landkreis muss Eigentümer der Schleuse werden, damit er die noch fehlenden Fördermittel für den Neubau erhalten kann. Im Juni 2014 bewilligte der Bundestag den Zuschuss des Bundes in Höhe von 50 Prozent der Baukosten. Für die übrigen 50 Prozent sind andere Förderer in Sicht, die aber die Eigentumsübertragung an den Landkreis abwarten wollen. So hat uns Niedersachsens Wirtschaftsminister bei einem Besuch in Barßel vor zwei Wochen versichert, dass das Land auch seinen Beitrag leisten werde, sobald die vertragliche Lage klar sei.

Zwei Jahre Bürgerinitiative sind um. Eine Erfolgsgeschichte: Vor allem für die Bürgerinnen und Bürger, für uns Fehntjer, die wir nicht aufgegeben haben. So gehen wir in unser drittes Jahr und hoffen, dass es im kommenden Jahr einen „ersten Spatenstich“ zu feiern gibt! Bis dahin bleiben wir aber hellwach und werden aufmerksam verfolgen, ob auch alles seinen guten Gang geht.

Zwei Jahre Bürgerinitiative – was bisher geschah, ist hier zu lesen…

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