Bürgermeisterwahl Barßel

Für den Elisabethfehnkanal ist die Gemeinde Barßel von großer Bedeutung – und umgekehrt: Der Elisabethfehnkanal ist für die Gemeinde Barßel von großer Wichtigkeit. Denn der Kanal verläuft zu weiten Teilen durch diese Gemeinde im Nordkreis Cloppenburg. Elisabethfehn ist die größte Ortschaft der Gemeinde. Hier leben auch die meisten Wählerinnen und Wähler der Gemeinde. Deshalb ist die Wahl des Bürgermeisters in der Gemeinde Barßel für Elisabethfehn bedeutsam – und wieder umgekehrt: Für einen Politiker, der an die Spitze der Kommune will, sind die Bürgerinnen und Bürger der Ortschaft Elisabethfehn besonders wichtig.

Anhut Nils 2014Einziger Kandidat für die Wahl zum Bürgermeister in der Gemeinde ist Nils Anhuth (27). Der Politiker ist trotz seines jungen Alters ein erfahrener Kommunalpolitiker: Dem Rat der Gemeinde Barßel gehört er seit 2006 an und ist seit 2011 Vorsitzender des Gremiums.

Wir befragten den Politiker in einem ausführlichen Interview zu seinen Vorstellungen über die Zukunft des Elisabethfehnkanals:

 

 

Frage: Nils, Du hast Dich von Anfang an in der Bürgerinitiative für die Rettung des Elisabethfehnkanals eingesetzt und bist auch Gründungsmitglied unseres Vereins. Warum engagierst Du Dich so stark für den Elisabethfehnkanal?

Anhuth: Für mich ist Elisabethfehn und die gesamte Gemeinde ohne den Kanal einfach nicht vorstellbar. Er gehört einfach hier hin – egal, ob wir ihn als Wasserstraße, als Natur-Kleinod oder als Kulturgut, das lebendiges Dokument für die Geschichte der Gemeinde ist, betrachten.

Frage: Aus unserer Sicht ist ein schiffbarer Elisabethfehnkanal auch sehr wichtig als Attraktion für den Tourismus. Ist Tourismus für die Gemeinde aus Deiner Sicht ein interessanter Wirtschaftsfaktor?

Nils Anhuth präsentiert sich jung und dynamisch: Als Bürgemeister will er anpacken - auch die Zukunftsprobleme des Elisabethfehnkanals.

Nils Anhuth präsentiert sich jung und dynamisch: Als Bürgemeister will er anpacken – auch die Zukunftsprobleme des Elisabethfehnkanals.

Anhuth: Tourismus ist ein wichtiges wirtschaftliches Standbein für unsere Gemeinde. Im Jahr 2013 ist die Zahl der Übernachtungen im Erholungsgebiet Barßel-Saterland auf 121.000 gestiegen. Die zahlreichen Gäste, die in die Gemeinde Barßel kommen, sind nicht nur für die Beherbergungsbetriebe vor Ort, sondern auch für Gaststätten/Cafés, Einzelhandel und Dienstleister von wirtschaftlicher Bedeutung.

Frage: Wir sehen den Kanal als Teil einer lebendigen Fehnregion. Wie wichtig ist die Zusammenarbeit der Orte und Gemeinden im Fehngebiet, auch über die Grenze zu den Niederlanden hinaus?

Anhuth: Da die Problemlagen oft ähnliche sind, sind der Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb der Fehnregion sehr wichtig. Gerade im Bereich des Wassertourismus, das haben auch die „Klönsnacks“ im Moor- und Fehnmuseum gezeigt, können wir durchaus einiges von den Nachbarn in den Niederlanden lernen. Und wir werden auch Partner auf niederländischer Seite benötigen, wenn es darum geht, zum Beispiel aus dem INTERREG-Programm europäische Fördermittel einzuwerben.

Frage: Was hast Du bisher als Kommunalpolitiker dafür getan?

Anhuth: Ich versuche aktuell, zusätzliche Unterstützung für die Rettung des Elisabethfehnkanals über die Ems-Dollart-Region, den Zweckverband zahlreicher öffentlich-rechtlicher Organe im deutsch-niederländischen Grenzbereich, zu generieren. Bei einem Gespräch, das der Europaabgeordnete Matthias Groote und ich mit Vertretern der EDR geführt haben, gab es durchaus positive Signale.

Frage: Was würdest Du als Bürgermeister unternehmen, um den Tourismus in der Gemeinde Barßel zu stärken?

Anhuth: Wie zuvor schon ausgeführt ist der Tourismus ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor in der Gemeinde Barßel. Darum ist es wichtig, dass wir uns in diesem Bereich gut aufstellen und die Stärken unseres Erholungsgebiets Barßel-Saterland zielgenau vermarkten. Dazu zähle ich vor allen Dingen die Bereiche Radwandern, Wohnmobiltourismus sowie Wassersport mit dem Hafen und dem Elisabethfehnkanal.

Frage: … und speziell in Elisabethfehn?

Anhuth: Beim Tourismus in Elisabethfehn geht es darum, den Elisabethfehnkanal als letzten schiffbaren Fehnkanal Deutschlands bei der Werbung noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Dieses Alleinstellungsmerkmal ist ein Pfund, mit dem wir ruhig „wuchern“ sollten. Denkbar sind aus meiner Sicht zum Beispiel zusätzliche Wohnmobilstellplätze am Kanal. Zudem sollten die Ideen aus der Zukunftswerkstatt auf jeden Fall auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden.

Frage: Für den Tourismus ist überregional das Land Niedersachsen zuständig. Was könnte der Bürgermeister Nils Anhuth in Hannover für die Gemeinde erreichen?

Anhuth: Zuständig für den Bereich Tourismus ist auf Landesebene das Wirtschaftsministerium. Mit Olaf Lies haben wir in diesem Ressort einen Minister als Ansprechpartner, der die Region und ihre Problemlagen bestens kennt. Als Bürgermeister würde ich, sobald sich eine neue Thematik oder Aufgabe in Sachen Tourismus auftut, frühzeitig das Gespräch mit dem Minister suchen, um auszuloten, was für die Gemeinde Barßel „herauszuholen“ ist.

Nils Anhuth (re) engagiert sich seit langem in der Bürgerinitiative für den Elisabethfehnkanal.

Sein Einsatz für den Elisabethfehnkanal ist keine Wahlkampfmasche: Seit langem engaiert sich Nils Anhuth (re) in der Bürgerinitiative – hier ein Bild von der Demo im August 2013, als rund 1000 Bürgerinnen und Bürger eine Menschenkette am Kanal bildeten.

Frage: Wie wichtig sind Bürgerinitiativen und Vereine für einen Bürgermeister?

Anhuth: Die Vereine sind das Rückgrat des kulturellen Lebens in einer ländlichen Gemeinde wie der Gemeinde Barßel. In unseren Vereinen wird wichtige Jugendarbeit geleistet und sie prägen das gesellschaftliche Leben entscheidend mit. Bürgerinitiativen haben ebenfalls ihre absolute Berechtigung – solche Zusammenschlüsse machen deutlich, welche Themen aktuell von besonderer Bedeutung sind und welcher Probleme sich die Politik annehmen muss.

Frage: Wie stellst Du Dir die Zusammenarbeit mit Bürgerinitiativen und Vereinen vor?

Anhuth: Das Amt des Bürgermeisters interpretiere ich als das eines Moderators. Im Zentrum meines Handelns wird daher die Kommunikation stehen. Das bedeutet, dass ich mit Bürgerinitiativen und Vereine den ständigen Austausch suchen und gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungen entwickeln möchte.

Frage: Die Bürgerinitiative hat gemeinsam mit der Gemeinde Barßel und dem bisherigen Bürgermeister Bernd Schulte eine Zukunftswerkstatt gestartet, um Ideen und Konzepte für die Zukunft des Elisabethfehnkanals zu entwickeln. Im Juni soll ein Zwischenergebnis vorgelegt werden. Wie würde der Bürgermeister Nils Anhuth mit solchen Vorschlägen umgehen?

Anhuth: Solche Vorschläge müssen – wenn möglich – ihren Niederschlag in praktischer Umsetzung finden. Das heißt, die Vorschläge sollten den politischen Gremien, also im Fall Elisabethfehnkanal zunächst dem Fachausschuss für Kultur, Sport und Tourismus, vorgestellt werden. In einem zweiten Schritt müssen die politischen Gremien dann über die Umsetzbarkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen befinden. Auch über das Thema Elisabethfehnkanal hinaus halte ich diese Form der Bürgerbeteiligung wie in der Zukunftswerkstatt für eine interessante Variante. Ich plane daher die Einführung von Bürgerforen, die denjenigen, die sich nicht dauerhaft in ein Amt wählen lassen möchten, die Möglichkeit bieten, sich bei bestimmten Themen, die sie interessieren, einzubringen.

Frage: Nils, zum Abschluss noch eine Frage zu Deiner Person: Viele Politiker auf allen Ebenen gehören eher zu den älteren Generationen. Welche Vorzüge hätte ein junger Bürgermeister?

Nils Anhuth an der Schleuse Osterhausen.

„Es gibt keine alten oder jungen Spieler, sondern nur gute oder schlechte.“ – Nils Anhuth am Elisabethfehnkanal.

Anhuth: Im Fußball heißt es ja: Es gibt keine alten oder jungen Spieler, sondern nur gute oder schlechte. Das lässt sich sicherlich zu einem großen Teil auch auf die Politik übertragen. Als Vorteil eines verhältnismäßig jungen Bürgermeisters könnte man anführen, dass er nicht so in alten Denkmustern verhaftet und somit offener für Neues ist. Ich persönlich halte Alter allerdings nicht zwangsläufig für ein Qualitätsmerkmal. Vielmehr entscheiden die Qualifikation und die Persönlichkeit eines Bürgermeisters darüber, ob er sein Amt gut ausführt oder nicht.

 

 

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